Sozialistische Zeitung

Zur SoZ-Homepage SoZ - Sozialistische Zeitung Nr.02 vom 17.01.2001, Seite 12

26. und 27.Januar 2001

Das andere Davos

ATTAC Schweiz organisiert am Freitag, den 26. Januar 2001, in Zürich eine internationale Konferenz: "Das andere Davos". Am darauf folgenden Samstag findet in Davos eine internationale Kundgebung statt, um den dort zum alljährlichen Weltwirtschaftsforum (WEF) versammelten Global Players aus Wirtschaft und Politik zu zeigen, dass wir ihrem neoliberalen Projekt, das für die gesamte Welt Ausbeutung, Armut und Umweltzerstörung mit sich bringt, Perspektiven für eine andere Welt entgegensetzen können.
Das WEF wird von den transnationalen Konzernen finanziert und vereint Jahr für Jahr die Protagonisten des Neoliberalismus aus Wirtschaft, Politik und der akademischen Welt. Zeitgleich zum WEF findet im Januar auf Initiative der brasilianischen Volksbewegungen in Porto Alegre (Bundesstaat Rio Grande do Sul, Brasilien) erstmals das Weltsozialforum (WSF) statt ([www. worldsocialforum.org]), an dem sich Vertreterinnen und Vertreter all jener Bewegungen und Organisationen treffen, die für eine andere Welt kämpfen. Wir unterstützen das WSF und möchtenallen, die im Januar nicht nach Porto Alegre gehen können, einen Raum für Diskussionen und Kontakte in derselben Perspektive anbieten — und zwar in Zürich, der inoffiziellen Hauptstadt des helvetischen Kapitalismus, die zugleich ein bedeutender internationaler Finanzplatz ist.

Wir können Unterkunft für mehrere hundert Personen organisieren (Freitag und Samtag). Bitte meldet euch möglichst rasch unter folgender Adresse an:
E-Mail [basel@attac.org]
Peter Streckeisen (ATTAC Basel)
Kontakte: Fon (004161) 4812491; Anschrift: ATTAC Basel, Postfach, CH-4002 Basel; www.under.ch
www.attac.org/schweiz

Programm "Das andere Davos"
Widerstand gegen die Globalisierung des Kapitals — Alternativen, die von unten kommen, diskutiert und weiterentwickelt werden müssen

Freitag, den 26. Januar 2001

Internationale Konferenz
Volkshaus, Stauffacherstr. 60, Zürich

Einleitung: 13.30—14.30 Uhr
Die Globalisierung des Kapitals und ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen

Leitung: Charles-André Udry, Ökonom, ATTAC Schweiz

mit: Franšois Chesnais, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von ATTAC, Autor von La mondialisation du capital; Jörg Huffschmid (Uni Bremen), Autor von Politische Ökonomie der Finanzmärkte (angefragt) oder Winfried Wolf; Pietro Basso, Professor an der Universität Venedig; Alex Callinicos, Professor an der University of York, oder Chris Harman, Ökonom



Foren: 14.45—17 Uhr

1. Die Globalisierung des Kapitals und ihre Auswirkungen auf die Arbeit und die soziale Situation der Frauen
mit: Annie Thébaud-Mony (Universität Paris, Centre de recherche contemporain sur les questions de santé publique), Spezialistin zu Fragen von Arbeit, Gesundheit/Krankheit; Christa Wichterich, Soziologin und Autorin von Die globalisierte Frau; eine englische Feministin (noch offen); Beiträge von Arbeiterinnen der Basler Zentralwäscherei (Zeba AG), der Lonza-Werke (Wallis), der Zürcher Spitäler (AGGP) und Bosch (Deutschland)

2. Die Globalisierung als Herausforderung für die Gewerkschaftsbewegung: Die Notwendigkeit eines neuen Internationalismus
mit: Dan Gallin, Global Labour Institute, Genf; Pino Sergi, Gewerkschaft Bau & Industrie, Schweiz; Ursi Urech, Vizepräsidentin VPOD Zürich; Gérard Greenfield (UITA — Union internationale des travailleurs de l‘alimentation, Hongkong); ein Vertreter der IG Metall; Raffaello Renzacci, FIOM, Turin; ArbeiterInnen von DaimlerChrysler (Deutschland)

3. Die Globalisierung des Kapitals und das neue "internationale Recht" ("humanitäre" Interventionen usw.)
mit: Robert Charvin (Universität Nizza), Autor von Nouveau droit international à l‘époque impérialiste; Jean-Marie Vincent, Direktor des Departements für Politikwissenschaften der Université de Paris VIII; Claude Meillassoux, Anthropologe, chercheur honoraire CNRS, Paris; Paolo Gilardi, Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GsoA)

4. Die Globalisierung des Kapitals und die imperialistische Rüstungspolitik
mit: Winfried Wolf, Ökonom; Claude Serfati, Ökonom (Université Versailles Saint-Quentin, Paris); Gilbert Achcar (Université de Paris VIII), Autor von La Nouvelle guerre froide

5. Globalisierung und Migration
mit: Pietro Basso, Universität Venedig, Herausgeber von Mondialisation et migrations; Alain Morice, directeur de recherche au CNRS, Ethnologe; Jean-Pierre Tabin, Fachhochschulprofessor HES EESP, Lausanne; eine Vertreterin des Fraueninformationszentrums Zürich (FIZ)

Schlussrunde: 17h15—19h15:
Diskussion über zwei aktuelle Beispiele der politischen, sozialen, kulturellen und militärischen Auswirkungen der Globalisierung des Kapitals

l Palästina: Die Hintergründe der neuen Intifada
mit: Michel Warschawsky (Alternatives Informationszentrum, Jerusalem); Shraga Elam (Nahostforum, Zürich); Albert Agazarian (Universität Bir-Zeit)

l Kolumbien: Der Plan Colombia — oder wie eine militärische Aggression als Drogenbekämpfung verkauft wird
mit: Claudio Katz, Ökonom, Professor an der Universität von Buenos Aires, Argentinien; Luis Alberto Matta Aldana, Jurist und Spezialist der Agrarreform, Kolumbien; Vertreter der kolumbianischen Cocaleros (Koka-Bauern)
19.15—20.15 Uhr: Abendessen im Volkshaus (Restaurant Helvetiaplatz)

Grosse Schlussveranstaltung im Theatersaal im Volkshaus, 20.30—22.30 Uhr
unter der Leitung von Franz Schultheis, Raison d‘agir (Netzwerk von Pierre Bourdieu) im deutschsprachigen Raum
mit: Winfried Wolf, Christa Wichterich, Jean Ziegler oder Peter Bodenmann, Alex Callinicos oder Chris Harman, Jean-Marie Vincent, Alain Bihr, Franšois Chesnais u.a.

Live-Schaltung(en) nach Porto Alegre zum Weltsozialforum

22.45—1.30 Uhr: Musik mit einem DJ aus Jamaica

Samstag, den 27. Januar 2001

Demonstration in Davos

Für jene, die nicht nach Davos gehen, gibt es ein interdisziplinäres Atelier über politische und gewerkschaftliche Perspektiven in der aktuellen Phase der Globalisierung des Kapitals

evtl. Schlusserklärung für die Medien

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